Archiv für die Kategorie „Wachstum & Informationstechnik“

Sparen ist keine Lösung

Dienstag, 22. September 2009

Hermannus Pfeiffer, TAZ, 16./17. Mai 2009

Für den privaten Haushalt sind sie schlecht, für die Volkswirtschaft gut: Schulden

Sparsamkeit ist keine Tugend an sich. Im Gegenteil, der Staat soll sich verschulden. Was zunächst wie eine linke Idiotie klingen mag, ergibt sich je nach Vorliebe aus dem “Kapital” von Karl Marx oder aus der “Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung” des Statistischen Bundesamts.

Quelle: taz.de

Der Beitrag beschreibt, in welche Probleme eine Volkswirtschaft kommt, in der Ersparnisse und Gewinne nicht investiert werden. Es entsteht eine Liquiditätschwemme, die die Finanzwirtschaft auf Kosten der Realwirtschaft nach oben schwemmt, mit allen negativen Auswirkungen, die die Finanzkrise 2009 deutlich gezeigt hat.

Rohstoffe: Comeback der Zocker

Dienstag, 22. September 2009

Frank Hornig/ Alexander Jung, DER SPIEGEL, 15.6.09

Innerhalb von vier Monaten hat sich der Ölpreis verdoppelt, vor allem Spekulanten sind dafür verantwortlich. Die neue US-Regierung will ihnen das Handwerk legen.

Quelle: service.spiegel.de

Eine sehr plastische Darstellung der globalen Zocker-Ökonomie. Solange das Casino der Derivatenspekulation, hier geht es um Öl, nicht geschlossen ist, weil ein enormer Liquiditätsüberschuss täglich um den Globus rasen kann, solange ist in den Realwirtschaften immer wieder mit ungemütlichen Zeiten zu rechnen. Der Finanzkapitalismus ist der große Gefahrenherd für die Realwirtschaft und damit für die Beschäftigten.

Wuppertal-Institut-Forscher über Finanzkrise: “Stetes Wachstum nicht möglich”

Dienstag, 22. September 2009

Bernhard Pötter, TAZ, 1.2.09, Interview

Für die Umwelt bedeutet die Rezession eine Atempause. Wolfgang Sachs vom Wuppertal Institut über Ökoschulden des Finanzkapitalismus, einen deutschen New Green Deal und Wirtschaft ohne Wachstum.

Quelle: taz.de

Den Welthandel gestalten: Warum Protektionismus kein Zeichen von Feigheit ist

Dienstag, 8. September 2009

Jacques Sapir, Le Monde diplomatique, 3/2009

Ausmaß und Tiefe der Wirtschaftskrise haben die Debatte über den Protektionismus neu entfacht. Wie brisant das Thema ist, lässt sich an den aufgeregten Reaktionen der Protektionismusgegner ablesen, für die der Freihandel zum Fetisch geworden ist. Da werden Fakten in einer Weise vorgetragen, die die Wahrheit aus Unwissenheit oder mit voller Absicht verdreht. Kurzum: Protektionismus ist tabu.

Quelle: monde-diplomatique.de

Germany’s Flopmode

Dienstag, 8. September 2009

Thomas Fricke, Financial Times, 04. 06. 2009

Die Kritik am deutschen Exportmodell löst hierzulande tiefe Existenzangst und panische Verteidigungsreflexe aus. Dabei wäre es nicht schwer, von der Droge Export loszukommen – und auch besser für das Land.

Quelle: ftd.de

Der Schaden der anderen: Die Zukunft des Kapitalismus (6)

Dienstag, 8. September 2009

Paul Kirchhof, Faz.net, 28.5.09

Unser Denken ist verwirrt. Auf Kredit versuchen wir, das Wachstum in Schwung zu bringen, statt die Staatsschulden abzubauen. Unsere Wirtschaftsakteure müssen dringend wieder in die Verantwortung genommen werden. Eigentum kann es nur noch in begrenzter Freiheit geben, meint der Finanzrechtler Paul Kirchhof.

Quelle: faz.net

Arbeitsmarkt: Längst über vier Millionen

Dienstag, 8. September 2009

Kolja Rudio, DIE ZEIT, 02.07.2009 Nr. 28

Die offizielle Arbeitslosenzahl gibt in diesem Jahr besonders wenig Aufschluss. Die wahre Beschäftigungsmisere ist schlimmer.

Quelle: zeit.de

Schulden machen, aber richtig

Dienstag, 8. September 2009

Friederike Spiecker, Le Monde diplomatique, Juni 2009

Das Platzen der spekulativen Kreditblase war unvermeidlich. Erstaunt stellen heute viele Mitspieler im Kasino fest, dass nicht alle beim Wetten gewinnen können. Denn anders als in der Realwirtschaft, wo mithilfe von Krediten immerhin versucht wird, reale Innovationen auszuprobieren und in Produktivitätssteigerungen umzusetzen, sind reine Finanzwetten von vornherein unproduktiv. Die “Innovationen” im Finanzsektor beschränkten sich auf das Neuverpacken und Umverteilen risikobehafteter Papiere.

Quelle: monde-diplomatique.de

Ein sehr klarer Beitrag, der die Risiken des Finanzkreislaufs darstellt, aber auch auf die Unsicherheiten des Kreislaufs Realwirtschaft aufmerksam macht.

Sättigung oder zwei Grenzen des Wachstums

Dienstag, 8. September 2009

John Maynard Keynes hat über die kleine Not des Augenblicks hinausgedacht

von Karl Georg Zinn

Für die dritte Phase charakteristische Konstellation eines (zu) niedrigen Wachstums wird in der Literatur als Stagnation oder auch säkulare Stagnation(10) bezeichnet. Keynes hingegen sprach von “gesättigtem Investitionsbedarf”, der letztlich von der abnehmenden Konsumdynamik herrühre. … Um trotz abnehmenden Wachstums Vollbeschäftigung zu sichern, müsse die Wirtschaftspolitik in drei Richtungen agieren. Erstens müsse sie für eine gleichmäßige Einkommensverteilung sorgen, um den Massenkonsum zu heben und jene Konsumbedürfnisse zu befriedigen, die noch als “sinnvoll” gelten. Keynes scheute sich also nicht, zwischen sinnvollem und rein konsumistischen Verbrauch zu unterscheiden. Zweitens müsse die Staatsquote erhöht werden, um öffentliche Güter in einem dem historischen und kulturellen Entwicklungsstand der Gesellschaft angemessenen Umfang bereitzustellen…

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“Jahrhundert der Bescheidenheit”

Dienstag, 8. September 2009

DER SPIEGEL Nr. 31/ 27.07.09

Der frühere sächsische CDU-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf, 79, über die schwierige Rettung der Banken, die Grenzen des Wachstums und die Möglichkeit einer schwarz-grünen Koalition nach der nächsten Bundestagswahl im Herbst.

„Biedenkopf: Wer glaubt, die Welt werde nach diesem Zusammenbruch wieder zum Vorkrisenzustand zurückkehren, folgt einer gefährlichen Illusion. Die Krise ist nicht vorbei, vor allem aber sind ihre Ursachen nicht beseitigt. Die Industrieländer folgen seit mindestens drei Jahrzehnten einem verfehlten Wachstumsbegriff. Das Wachstum ist zum Fetisch geworden, mit all den irrationalen Konsequenzen, die wir heute als Ausbeutung der Umwelt, Zerstörung des Klimas und Belastung nachfolgender Generationen erleben.“

Quelle: service.spiegel.de